In Hamburg ist die Begabungsentfaltung und Begabtenförderung eine inklusive Regelaufgabe aller Schulen. Sie unterstützt individuelle Entwicklungen und kommt allen Schülerinnen und Schülern zugute – unabhängig von Leistungsniveau, kognitivem Potenzial oder sonderpädagogischem Förderbedarf. Begabtenförderung wird als systemische Aufgabe der gesamten Schule verstanden und in Unterrichts- sowie Schulentwicklungsprozesse integriert. Ziel ist es, dass auch leistungsstarke und potenziell besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler sowohl im Regelunterricht als auch in ergänzenden Förderformaten passende Angebote erhalten, die ihre Stärken entfalten und Lernen in herausfordernden, aber unterstützenden Umgebungen ermöglichen.
LemaS-Schulen
»Leistung macht Schule (LemaS)« ist eine auf zehn Jahre (Januar 2018 bis Dezember 2027) angelegte gemeinsame Initiative von Bund und Ländern sowie der Kultusministerkonferenz zur Förderung von (potenziell) leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. Ziel ist es, die Potenziale aller Schülerinnen und Schüler im Unterricht zu erkennen und zu fördern – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrem sozialen Status. In der ersten Phase der Umsetzung wurden bis Juni 2023 an bundesweit 300 Pilotschulen Konzepte, Strategien und Materialien für eine leistungs- und begabungsförderliche Unterrichts- und Schulentwicklung erarbeitet. Im Schuljahr 2023/2024 hat die Transferphase begonnen, die die entwickelten Konzepte anderen Schulen zur Verfügung stellt. In Hamburg erfolgt dieser Wissenstransfer in 3 regionalen Schulnetzwerken mit insgesamt 43 Schulen (19 Grundschulen, 11 Stadtteilschulen, 13 Gymnasien), die die wissenschaftlichen Erkenntnisse der ersten Phase erproben und die schuleigenen Konzepte zur Begabungs- und Begabtenförderung weiterentwickeln.
Die Schulen werden durch die Beratungsstelle besondere Begabungen (BbB) am Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) begleitet. Sie koordiniert die Netzwerkarbeit, organisiert Qualifizierungsangebote und unterstützt die Schulen bei der nachhaltigen Umsetzung der Projektziele.
Grundschulen – einige Beispiele
Stadtteilschulen – einige Beispiele
Gymnasien – einige Beispiele
Eine Übersicht über alle weiterführenden Schulen in Hamburg findet sich in der Broschüre »Den richtigen Weg wählen«, die das Zentrum für Schul- und Jugendinformation Hamburg bereitstellt.
Hospitationsschulen mit Schwerpunkt Begabtenförderung
Das Netzwerk Hamburger Hospitationsschulen wird von der Agentur für Schulberatung am Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) koordiniert und unterstützt. Hamburger allgemeinbildende Schulen öffnen ihre Türen für interessierte Besuchergruppen und präsentieren ausgewählte Themen ihrer Unterrichtspraxis und Schulorganisation. Ziel ist es, Raum für Austausch zu schaffen, in dem Schulen voneinander lernen und sich vernetzen können.
Digitale Drehtür
Die Digitale Drehtür ist eine länderübergreifende Bildungsinitiative, die unter der Perspektive der Begabungsentfaltung aller Schülerinnen und Schüler auch die Förderung hoher Leistungspotenziale in den Blick nimmt. Leitgedanke der Digitalen Drehtür ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler Stärken und Interessen haben, die sie im Rahmen individualisierten Lernens durch vielfältige Angebote entdecken, erweitern und vertiefen können.
Eine Vielzahl von Schulen unterschiedlicher Schulformen sind in Hamburg Partnerschulen der Digitalen Drehtür. Sie entscheiden je nach Passung zu ihrem schulischen Förderkonzept, welcher Schülerin und welchem Schüler die Teilnahme ermöglicht wird. Bei Interesse können sich Schülerinnen, Schüler wie auch ihre Eltern an ihre Schule bzw. die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer wenden.