Glossar

Fachbegriffe von A–Z

A

  • > Äußere Differenzierung

    Äußere Differenzierung bedeutet, dass Schüler/innen nach bestimmten Kriterien - wie Alter, Leistungsniveau, Interessen - in Gruppen aufgeteilt unterrichtet werden.

  • > Akademie

    Format der außerschulischen Begabungsförderung, das in den Ferien oder außerhalb des Unterrichts angeboten wird.

  • > Ausbildung von Lehrkräften

    Im Zuge der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge sind neue Konzepte der Lehrerausbildung eingeführt worden, die einen engeren Praxis-, aber auch Forschungsbezug herstellen.

  • > Akzeleration

    Beschleunigtes Lernen, das bedeutet schnellere Bewältigung des Lernstoffs, etwa durch vorzeitige Einschulung, Überspringen von Klassen, Teilunterricht in höheren Klassen.

  • > Asynchrone Entwicklung

    Die Entwicklung eines Kindes auf intellektueller Ebene verläuft nicht zeitgleich mit seiner Entwicklung auf der körperlich-emotionalen Ebene.

B

  • > Begabung

    Wer eine Begabung oder ein Talent hat, verfügt über besondere Fähigkeiten auf einem Gebiet. Eine Begabung kann zu außergewöhnlicher Leistung weiterentwickelt werden.

  • > Begabungsförderung, außerschulisch

    Wettbewerbe, Akademien, Schülerlabore, Feriencamps und Schüler-Unis konfrontieren Schülerinnen und Schüler mit neuen Herausforderungen und wecken Motivation.

  • > Begabungsförderung, schulisch

    Individuelle Förderung jedes Schülers und jeder Schülerin wird als eine Kernaufgabe des Unterrichts gesehen. Beschleunigtes Lernen (Akzeleration) und Vertieftes Lernen (Enrichment) sind zwei Modelle, die in der schulischen Förderung eine große Rolle spielen.

  • > Begabungsförderung, Bundesländer

    Jedes Bundesland hat Besonderheiten und Schwerpunkte in der Begabungsförderung. Orientierung geben die LänderSpecials.

  • > Bestimmungen Bundesländer

    Die Regelungen, etwa ob Kinder früher eingeschult werden können, oder ob die Möglichkeit zum Überspringen von Klassen besteht, sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.

  • > Beratung(sstellen)

    Beratungsstellen bieten unterschiedliche Formen der Unterstützung an. Um Talente zu fördern, ist Wissen und Orientierung nötig. Vom Elternnetzwerk zur psychologischen Beratungsstelle gibt es zahlreiche Anlaufstellen.

  • > Bildungsserver Länder

    Informationen darüber, wie die Begabungsförderung in den Bundesländern organisiert ist, erhalten Sie über die LänderSPECIALS des Begabungslotsen oder über die Bildungsserver der einzelnen Länder.

  • > Binnendifferenzierung

    Auch innere Differenzierung genannt, geht von der Frage aus, wie Unterricht den unterschiedlichen Begabungen, Lernbedürfnissen und Interessen einzelner Schülerinnen und Schüler gerecht werden kann.

C

  • > Chancengerechtigkeit

    Zahlreiche Studien zeigen: der Bildungserfolg hängt vom Status der Eltern ab. Die Herkunft entscheidet zu großen Teilen darüber, welchen Schulabschluss ein Jugendlicher macht.

  • > Checklisten

    Einige Ratgeber stellen verschiedene Merkmale zusammen, die auf eine Hochbegabung hinweisen sollen. Solche Checklisten sollen dabei helfen, auf begabte Kinder aufmerksam zu werden.

D

  • > Diagnostik

    Begabungsdiagnostik wird angewandt, um das individuelle Fähigkeitspotenzial eines Kindes zu erkennen. Stärken und Schwierigkeiten werden über das Begabungsprofil abgebildet. Dazu werden Intelligenztests eingesetzt.

  • > Differenzierung

    Differenzierung im Unterricht bedeutet, Methoden und Formate einzusetzen, damit Schülerinnen und Schüler individuell - nach ihrem Tempo, Wissenstand etc. - innerhalb und außerhalb des Klassenverbands lernen können.

  • > Drehtürmodell

    Talentierte Kinder verlassen für einzelne Schulstunden den Unterricht und belegen ein zusätzliches Fach. Die Idee des Drehtürmodells geht auf Joseph Renzulli, den amerikanischen Begabungspsychologen, zurück.

E

  • > Enrichment

    »Enrichment« bedeutet »Bereicherung«. Auf Schule und Förderung bezogen ist damit ein Unterricht gemeint, der eine größere Vertiefung der Lehr- und Lerninhalte für einzelne Schülerinnen und Schüler oder kleine Gruppen bietet.

  • > Entdeckertagsschulen

    Entdeckertagsschulen sind Grundschulen, an denen einmal wöchentlich besonders begabte Kinder im Rahmen eines »Entdeckertages« an speziellen Förderangeboten teilnehmen können.

  • > Exekutive Funktionen

    Als exekutive Funktionen werden in der Gehirnforschung geistige Fähigkeiten bezeichnet, die das menschliche Denken und Handeln steuern.

  • > Expertiseforschung

    Die Expertiseforschung betrachtet Menschen, die auf einem Gebiet als Experten gelten, ihr Fach oder Thema also besonders gut beherrschen. Was hat sie so gut werden lassen?

F

  • > Flexible Grundschule

    Schülerinnen und Schüler können an diesen Schulen - je nach Ausgangsbedingungen, Lerntempo und Begabungsprofil - die Inhalte der Jahrgangsstufen 1 und 2 in ein, zwei oder drei Jahren erwerben.

  • > Fortbildung von Lehrkräften

    Austausch und Vernetzung, Informations- und Fortbildungsangebote sind wichtige Werkzeuge für Lehrkräfte und Schulleitungen.

  • > Frühstudium

    Die Möglichkeit schon während der Schulzeit an Lehrveranstaltungen einer Hochschule teilzunehmen und Leistungsnachweise zu erbringen, die bereits auf ein späteres Studium angerechnet werden.

G

  • > Gehirn

    Lernen findet im Gehirn statt, und die Gehirnforschung versucht zu erklären, wie die Hirntätigkeit mit der Wahrnehmung, mit Gefühlen und mit Denkprozessen verknüpft ist.

H

  • > Heterogenität

    Heterogenität oder Diversität in Verbindung mit Talententwicklung meint die Verschiedenartigkeit von Kindern und Jugendlichen.

  • > Hochbegabung

    Als hochbegabt gilt in Deutschland in der Regel, wer einen IQ von mindestens 130 nachweisen kann. Zunächst bescheinigt ein solches Test-Ergebnis eine hohe Intelligenz. Intelligenz ist aber nicht gleichzusetzen mit Begabung.

I

  • > Individuelle Förderung

    Individuelle Förderung bedeutet, den einzelnen Schüler seinen Möglichkeiten entsprechend zu fördern und zu fordern. Dazu müssen zunächst die jeweilige Lern- und Fähigkeitsstände und das Lerntempo erkannt, also diagnostiziert werden.

  • > Inklusion

    Inklusion bedeutet Einbeziehung im Sinne von Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen.

  • > Intelligenz

    Intelligenz kann man als die mit dem Verstand verbundenen geistigen Fähigkeiten bezeichnen. Der Begriff bezeichnet also eine allgemeine Denkfähigkeit.

  • > Intelligenzquotient (IQ)

    Der Intelligenzquotient (IQ) ist das gebräuchlichste Maß der Intelligenzmessung. Der durchschnittliche IQ wird auf 100 festgesetzt. Bei einem IQ über 130 spricht man von Hochbegabung.

  • > Intelligenztest

    Verfahren zur Erfassung intellektueller Begabung, meist jedoch nur eines Ausschnitts daraus. Nicht erfasst werden durch klassische IQ-Tests Intelligenzkomponenten wie soziale und emotionale Kompetenz.

J

  • > Jahrgangsübergreifender Unterricht

    Hier sind die Jahrgangsklassen aufgelöst und die Schülerinnen und Schüler lernen altersgemischt gemeinsam. Der Vorteil: die individuelle Förderung und das Lernen voneinander werden erleichtert.

  • > Juniorstudium

    Die Möglichkeit schon während der Schulzeit an Lehrveranstaltungen an einer Hochschule teilzunehmen (siehe auch Schülerstudium).

K

  • > Kinder-Uni

    Kinder-Unis, auch Schüler- oder Jugend-Unis genannt, organisieren Vorlesungen und andere Veranstaltungen für Kinder zum Zuhören und Mitmachen.

  • > Kompetenzen

    In Bildungsstandards ist festgelegt, welche Kompetenzen in welcher Jahrgangsstufe erreicht werden sollen. Schülerinnen und Schüler sollen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bewältigung von Aufgaben und Problemstellungen erwerben.

  • > Kooperatives Lernen

    Ziel dieses Ansatzes ist es, den Lernstoff tiefer zu durchdringen, indem er zum Beispiel einem anderen Schüler erklärt wird.

  • > Kreativität

    Kreativität ist ein wichtiger Bestandteil von Begabung und bezeichnet keinesfalls nur besondere Fähigkeiten im künstlerischen Bereich. Überall, wo Neues entsteht, ist Kreativität gefragt.

L

  • > LänderSPECIALs

    Schulische und außerschulische Schwerpunkte und Besonderheiten in der Begabungs- und Talentförderung der Bundesländer werden hier gebündelt vorgestellt.

  • > Lernarrangement

    Lernarrangements wie Lernlabor, Lerninseln und anderes stellen den einzelnen Lernenden in den Mittelpunkt. Durch unterschiedliche Lernumgebungen oder Methoden ist es möglich, die Bedürfnisse und Ziele der Lernenden besonders zu berücksichtigen.

  • > Lernen durch Engagement

    Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement mit fachlichem Lernen verbindet (siehe auch Service-Learning).

  • > Lerninsel

    Orte in der Schule, die eigenständiges Arbeiten und Erforschen ermöglichen. Freier Zugang zu Materialien und Medien ermöglichen es, sich Wissen individuell zu erschließen.

  • > Lerntagebuch

    Dokumentiert den eigenen Lernprozess. In einem Lerntagebuch werden Lernziele und -fortschritte, aber auch Schwierigkeiten festgehalten.

M

  • > Mentoring

    Mentoren bieten ihren Schützlingen, den sogenannten Mentees, Unterstützung in der persönlichen und schulischen Entwicklung und bieten individuelle Begleitung.

  • > Metakognitive Aspekte

    Hiermit ist das Nachdenken über das Denken gemeint. Um sich selbst Lerntechniken anzueignen, ist eine Analyse oder Planung des eigenen Lernwegs nötig: Lernschritte selbst planen, Lernerfolge selbst überwachen, Lernschritte selbst steuern.

  • > Migrationshintergrund

    Viele aktuelle Studien zeigen, dass der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland in einem hohen Maß von ihrer sozialen Herkunft bestimmt ist.

  • > Minderleister

    Schülerinnen bzw. Schüler, die Leistungen unterhalb ihres eigentlich vorhandenen Potenzials erbringen (siehe auch Underachiever).

  • > MINT

    Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, das sind die Fächer, die unter dem Oberbegriff MINT zusammengefasst werden.

  • > Motivation

    Gesamtheit der Beweggründe, die jemanden dazu bringen, etwas Bestimmtes gründlich, konzentriert und auf Dauerhaftigkeit gerichtet zu leisten. Zu unterscheiden in extrinsische und intrinsische Motivation.

N

  • > Netzwerke

    Netzwerke dienen dem fachlichen und persönlichen Gedanken- und Erfahrungsaustausch und können bei Fragen rund um die Erziehung und Förderung von Kindern und Jugendlichen helfen.

O

  • > Overachiever

    Schülerinnen bzw. Schüler, die Leistungen oberhalb ihres eigentlich vorhandenen Potenzials erbringen. Sie erzielen ihre Leistung durch besondere Kreativität oder überdurchschnittlichen Fleiß.

P

  • > Portfolio

    Das Portfolio in der Schule sammelt und ordnet eine Auswahl von Leistungsnachweisen, die den Lernverlauf (die Lernbiographie) eines Schülers oder einer Schülerin kennzeichnen.

  • > Peer

    Bedeutet gleichrangig bzw. ebenbürtig. Als Peergroup gelten Gruppen mit Mitgliedern aus einer sozialen Szene, deren Ansichten und Verhaltensweisen sich ähneln.

  • > Performanz

    Bezeichnet die Aktivität, die zu einem Ergebnis führt. In der Begabungsförderung wird zwischen Potenzial = Fähigkeit und Performanz = Ausführung von Leistung unterschieden.

  • > Potenzial

    Bedeutet die Fähigkeit zur Entwicklung. Begabungspotenzial meint die förderbaren Voraussetzungen von Lernenden. Aus Potenzialen können Leistungen entstehen. Siehe auch ThemenSPECIAL Talent.

  • > Pull-out-Programm

    Zusätzliche Lernmöglichkeiten innerhalb der Schule, die über den Schulstoff hinausgehen. Kurse werden in der Regel als Alternativunterricht während der Unterrichtszeit angeboten.

Q

  • > Qualitätssicherung

    Bildungsqualitäts-Standards gewährleisten eine dauerhaft hohe Qualität in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Dazu werden Prüfverfahren eingesetzt, die belegen, dass die Qualität von Angeboten verlässlich ist.

R

  • > Regelunterricht

    Regelunterricht ist die Bezeichnung für den Unterricht, den Schülerinnen und Schüler nach einem festgelegten Stundenplan erhalten.

  • > Resilienz

    Resilienz wird auch als »Stehaufmännchen-Effekt« beschrieben und meint die Widerstandsfähigkeit oder die Fähigkeit eines Menschen, mit Veränderungen oder schwierigen Situationen umgehen zu können.

S

  • > Selbstgesteuertes Lernen

    Schülerinnen und Schüler üben schrittweise selbstständiges und selbstverantwortliches Arbeiten ein und gestalten den Lernprozess vollständig oder teilweise selbst.

  • > Separation

    Zusammenfassen von (hoch)begabten Schülerinnen und Schülern in speziellen Klassen bzw. Schulen. Dieser Ansatz der »isolierten« Förderung ist nicht unumstritten.

  • > Stationenlernen

    Schülerinnen und Schüler bearbeiten in selbst gewählter Zeiteinteilung, beliebiger Reihenfolge und Lernform vorgegebene und freie Aufgaben.

  • > Schülerstudium

    Das Schülerstudium ist ein zusätzliches Angebot für besonders begabte und interessierte Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit. Sie nehmen an Vorlesungen und Seminaren für Studierende teil und legen Prüfungen ab.

  • > Stipendium

    Stipendien können finanzielle und/oder ideelle Förderung beinhalten. Finanzielle Unterstützung kann als Voll- oder Teilstipendium geboten werden. Ideelle Förderung beinhaltet Beratung und Begleitung.

  • > Service-Learning

    Lernen durch Engagement (LdE) ist eine Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement mit fachlichem Lernen verbindet.

  • > Schülerlabor

    Schülerlabore sind etwa an Hochschulen und Forschungseinrichtungen angesiedelt. Sie bieten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, unter professioneller Anleitung zu forschen und zu experimentieren.

  • > Schülerpaten

    Schülerpaten - auch Peers genannt - betreuen jüngere Schülerinnen und Schüler und geben ihre Erfahrungen weiter. Sie unterstützen bei Problemen und Sorgen in der Schule und Sie helfen beim Lernen.

T

  • > Talent

    Ein Talent oder eine Begabung zu haben, bedeutet über die Möglichkeit zu verfügen, ein besonderes Können zu erwerben, oder besondere Leistungen zu erbringen.

  • > Testen

    Mit einem Intelligenztest lassen sich kognitive, also verstandesmäßige, intellektuelle Leistungen erfassen. Intelligenz kann als Grundlage für Begabung gesehen werden, ist aber nicht mit ihr gleichzusetzen.

U

  • > Überspringen

    Der Wechsel in eine höhere Klasse kann eine geeignete Maßnahme sein, wenn das Kind sich im Unterricht nicht seinen Fähigkeiten entsprechend herausgefordert fühlt. Entscheidend ist aber, dass das Kind in eine höhere Klasse springen wil.

  • > Underachiever

    Trotz nachgewiesener (Hoch-)Begabung werden nur durchschnittliche oder gar unterdurchschnittliche Leistungen in der Schule erbracht. Das wird als Underachievement bezeichnet.

V

  • > Vererbung

    Begabung ist nur zum Teil vererbbar. Sie ist stark von Umwelteinflüssen geprägt, also davon, wie ein Kind aufwächst, welche Angebote es bekommt, wie die Eltern sich verhalten.

  • > Vorzeitig Einschulen

    Lässt ein Kind schon frühzeitig Lerneifer erkennen oder zeigt es Langeweile, kann eine vorzeitige Einschulung sinnvoll sein. Diese Form der Begabungsförderung ersetzt die weitere Unterstützung und Förderung der Interessen des Kindes jedoch nicht.

W

  • > Wettbewerbe

    Wettbewerbe richten sich nicht ausschließlich an »Einzelkämpfer«, sondern fördern auch das Arbeiten im Team und bringen Jugendliche mit vielen anderen zusammen, die gleiche Interessen verfolgen.