Metavorhaben auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE)
Nachbericht
Beim DGfE-Kongress 2026 in München war das Metavorhaben mit mehreren Beiträgen vertreten und brachte zentrale Perspektiven aus dem Themenfeld „Integration durch Bildung“ in den wissenschaftlichen Austausch ein.
Im Rahmen systematischer Literaturübersichten geht das Metavorhaben der Frage nach, wozu aktuell im Themenfeld „Integration durch Bildung“ geforscht wird, welche Themen in der praxisorientierten Literatur im Fokus stehen und wo sich Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen wissenschaftlichem und praktischem Diskurs zeigen. Erste Zwischenergebnisse wurden auf dem Kongress in Form eines Posters präsentiert und zur Diskussion gestellt.
Ergänzend dazu stand auch der Austausch über die Rolle von Metavorhaben selbst im Mittelpunkt. In einer Ad-hoc-Gruppe diskutierten Kolleg:innen aus verschiedenen Projekten, wie sie ihre Funktion zwischen Vernetzung, Transfer und übergreifender Forschung ausgestalten. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie das „Meta“ konzeptionell und praktisch gefüllt werden kann, wie ein gemeinsamer Erkenntniszusammenhang entsteht, wie Transfer im Bildungsbereich gelingen kann und welche Impulse Metavorhaben für die disziplinäre Weiterentwicklung der Erziehungswissenschaft geben.
Ein konkreter Einblick wurde zudem durch weitere Posterbeiträge ermöglicht. So widmeten sich Anna Samira Lappe und Esther Dominique Klein den Perspektiven von Schulaufsicht auf Schulen an sozialräumlich benachteiligten Standorten. Aufbauend auf dem Projekt „KulturResponsives Führungshandeln an Schulen durch Schulaufsicht unterstützen“ (KulReF) wird untersucht, wie Fachaufsichtsbeamt:innen ihre Zuständigkeit und Praxis in diesem Kontext verstehen und ausgestalten.
Auch im Rahmen eines Symposiums wurde das Themenfeld vertieft: Die Professur Allgemeine Erziehungswissenschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Deppe nahm Bildungsbiografien migrierter und geflüchteter Jugendlicher in den Blick und fragte danach, inwiefern diese durch Brüche oder Übergänge geprägt sind. Beiträge aus dem Projekt „Integration durch Bildung“ für immigrierte und geflüchtete Jugendliche in den Hilfen zur Erziehung (ImmEr) der Technische Universität Chemnitz zeigten auf, wie Jugendliche Bildungsprozesse in Schule, Jugendhilfe und Behörden erleben und bewältigen und welche Perspektiven unterschiedliche Akteure dabei einbringen.
Weitere Beiträge aus den Verbundprojekten ergänzten das Spektrum: Das Projekt MIRASTO stellte im Symposium „Migrationsgesellschaftliche AufBrüche“ erste Befunde zur Rolle von Migrant:innenselbstorganisationen (MSO) als Bildungsorte vor und zeigte, wie diese Räume für Empowerment, Vergemeinschaftung und Teilhabe eröffnen, sich jedoch zugleich in Spannungsfeldern bestehender gesellschaftlicher Rahmenbedingungen bewegen. Auch das Projekt DisKit war mit zwei Vorträgen im Forschungsforum „Riskante & produktive Brüche?“ vertreten. Yvonne Gormanns thematisierte die (forschungs-)ethischen Herausforderungen einer praxisbegleitenden Professionalisierung für Diversität, während Isabell Krähnert der Frage nachging, wie erzeugte Brüche im Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis bearbeitet werden können.
Insgesamt leisteten die Beiträge einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs über Bildungsungleichheit, Teilhabe und Integration im Kontext von Migration und Flucht und setzten zugleich Impulse für die Weiterentwicklung des Zusammenspiels von Forschung und Praxis.
Impressionen
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Dr. Lisa Birnbaum (FAU Erlangen-Nürnberg) und Mira Faye Grünwald (Universität Hamburg) -
Prof. Dr. Stephan Kröner (FAU Erlangen-Nürnberg) -
Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Annette Scheunpflug (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) -
Medine Celik (Goethe-Universität Frankfurt am Main) -
Louisa da Cunha & Prof. Dr. Merle Hinrichsen (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Förderer
Das Projekt "Metavorhaben Migration, Integration und Teilhabe an Bildung" wird im Rahmen des Programms "Integration durch Bildung" durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.