Der Beirat des Metavorhabens Integration durch Bildung
Beiratsmitglieder
Prof. Dr. Liesel Ebersöhn
Prof. Dr. Louis Henri Seukwa
Prof. Dr. Rocío García Carrión
Mostapha Boukllouâ
Liesel Ebersöhn
Prof. Dr. Liesel Ebersöhn ist Direktorin des Zentrums für Resilienzforschung an der Universität Pretoria in Südafrika. Sie hat ein Studium der Psychologie, unter anderem in den USA, absolviert und ist Professorin für Pädagogische Psychologie. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist Forschung über soziale Dimensionen der Resilienz, also der Fähigkeit, Krisen und Stress zu bewältigen. In empirischen Untersuchungen in Subsahara-Afrika spürte sie Formen von „Relationship-Resourced Resilience” auf. Dabei handelt es sich um Strategien von Kollektiven in chronisch unter Armut und Krisen leidenden Gemeinschaften, die dazu beitragen, dass auch unter den überaus widrigen Bedingungen Kräfte für die Unterstützung von Bildung, Gesundheit und Wohlbefinden entfaltet werden können. Auf dieser Grundlage führt sie ko-konstruktive Forschung in ländlichen Regionen Südafrikas durch. Ziel ist es, die erfolgreichen Strategien gemeinsam mit Bildungseinrichtungen vor Ort zu adaptieren und zu implementieren.
Louis Henrik Seukwa
Prof. Dr. Louis Henri Seukwa ist Erziehungswissenschaftler an der Fakultät für Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Er leitet die Arbeitsstelle für Migrationsforschung und Integrationspraktiken und ist Beauftragter des Präsidiums seiner Hochschule für migrationsbedingte Hochschulentwicklung. Seine Arbeitsschwerpunkte sind erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung, Interkulturelle Bildungsforschung, Resilienzforschung und Bildung unter Bedingungen von Flucht und Asyl. Seit seiner Promotion hat er sich insbesondere mit der Frage befasst, wie sich Personen, die erhebliche Belastungen zu tragen haben, dennoch Bildung aneignen – oft auch ohne die Unterstützung der üblichen Bildungseinrichtungen. In seiner Doktorarbeit ist er dieser Frage am Beispiel von Bildungsbiographien junger Geflüchteter nachgegangen. Der rote Faden durch seine vielfältigen Arbeiten ist es aufzuzeigen, wie es trotz widrigster Lebensbedingungen gelingt, dass junge Menschen ihre individuellen Potenziale entfalten, Strategien der Bewältigung entwickeln und Kompetenzen erwerben. Die Voraussetzung dafür nennt er „Habitus der Überlebenskunst“. Aktuell liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit auf dem migrationsbedingten Transformationsprozess an den Hochschulen, basierend auf systemischen Brüchen, welche die Integration von Studierenden mit Migrationshintergrund in den Blick rücken.
Rocío García Carrión
Prof. Dr. Rocío García Carrión ist Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Deusto Bilbao, Spanien. Sie promovierte an der Universität Barcelona zum Thema dialogisches Lernen und Einbeziehung der Familie in Schulen als Lerngemeinschaften. Außerdem war sie Marie-Curie-Stipendiatin an der Universität Cambridge und Gastwissenschaftlerin an der Harvard Universität. Ihre Forschungsinteressen richten sich auf die Gestaltung dialogischer und interaktiver Lernumgebungen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Einbeziehung marginalisierter Gruppen sowie der Einbeziehung von Familien und der Gemeinschaft in Bildungsprozesse. Sie leitete das EU-finanzierte Projekt SCIREARLY, an dem zehn europäische Länder beteiligt waren. Es befasst sich mit evidenzbasierten Strategien und Praktiken zur Verbesserung der schulischen Leistungen und zur Verringerung des vorzeitigen Schulabbruchs, insbesondere von Jugendlichen in benachteiligten Lebenslagen. Ferner ist sie am ebenfalls europäisch finanzierten IMPROVA-Projekt beteiligt, das sich um die psychische Gesundheit von Jugendlichen im Bildungsbereich dreht.
Mostapha Boukllouâ
Mostapha Boukllouâ ist Leiter des Referats Integration durch Bildung im Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Er hat selbst eine Bildungsbiographie Kind mit Zuwanderungsgeschichte durchlaufen und ist vertraut mit den Strukturen und Maßnahmen, die in solchen Bildungsgängen unterstützend sind – oder eben hinderlich. Seine Bildungsgeschichte ist eine Erfolgsgeschichte. Er absolvierte ein Lehramtsstudium für Deutsch, Geschichte und Französisch in der Sekundarstufe I/II und engagierte sich in vielen Funktionen für die Verbesserung der Chancen auf Integration durch Bildung. In seinem beruflichen Werdegang war er unter anderem Landeskoordinator des Projekts „Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“. Seine Laufbahn hat er dem Ziel gewidmet, eine Bildungspraxis mitzugestalten, in der die Potenziale und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte ernstgenommen und gefördert werden – denn nur so können sie ihre Kräfte entfalten.
Ingrid Piller
Prof. Dr. Ingrid Piller ist Alexander von Humboldt-Professorin für „Linguistic Diversity and Social Participation across the Lifespan“ an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg und zugleich Distinguished Professor für Angewandte Sprachwissenschaft an der Macquarie-Universität in Sydney. In Hamburg leitet sie das Forschungszentrum „Literacy in Diversity Settings (LiDS) – Sprache und Bildung im 21. Jahrhundert“. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den sozialen Konsequenzen von Mehrsprachigkeit und interkultureller Kommunikation in Kontext von Migration and Globalisierung.
Förderer
Das Projekt "Metavorhaben Migration, Integration und Teilhabe an Bildung" wird im Rahmen des Programms "Integration durch Bildung" durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.