Beratung und Unterstützung
Welche Ansprechpartner helfen weiter?

Schulpsychologinnen und Schulpsychologen der Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratung- und Unterstützungszentren (SIBUZ) helfen bei der Erkennung und Förderung besonderer Begabungen und bieten Beratung und Diagnostik an.

Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Erziehungs- und Familienberatung bieten Beratung und Diagnostik für Kinder, Jugendliche und Familien an.

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Begabtenförderung im Netzwerk-Grundschulen, an Schulen mit Begabtengruppen am Nachmittag, Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen mit spezieller Förderung besonders Begabter, Gymnasien mit Schnelllernerklassen sowie Gymnasien im Schulversuch und Begabtengruppen am Nachmittag sind unterstützend an Berliner Schulen tätig.

Dr. Martina Giest/Dr. Isabel Trenk-Hinterberger für den Schulpsychologischen Dienst Berlin

"Fragestellungen im Zusammenhang mit besonderen kognitiven Begabungen und Befähigungen von Schülerinnen und Schülern stellen einen Teilbereich des allgemeinen schulpsychologischen Auftrages dar, der zunehmend durch eine intensivere Beachtung im Sinne der Chancengleichheit an Bedeutung gewinnt. Der Schulpsychologische Dienst erfüllt hierbei Anforderungen nach qualifizierter Diagnostik und Beratung im individuellen wie auch im institutionellen Rahmen. Die wichtige schulpsychologische Aufgabe besteht darin, alle Möglichkeiten der wissenschaftlich begründeten psychologischen Verfahren, Methoden und Erfahrungen im Bereich der Identifizierung und Förderung von Begabungsressourcen zu nutzen, aber auch ihre Grenzen zu respektieren.

Die Diagnostik von Hochbegabung erfordert profunde testpsychologische Kenntnisse und eine sichere psycho-diagnostische Kompetenz zur Erfassung von Persönlichkeitsvariablen und intellektuellen Fähigkeiten, über die alle Diplompsychologinnen und Diplompsychologen in den Schulpsychologischen Beratungszentren verfügen. Unabhängig davon gibt es in jedem Schulpsychologischen Beratungszentrum speziell für den Bereich Begabungsförderung fortgebildete Fachleute, die Ansprechpartner sind.

Aus der schulpsychologischen Diagnostik ergibt sich in der Regel ein Beratungs- und Handlungsbedarf auf der

  • individuellen Ebene
  • der schulisch-institutionellen Ebene

Beratungs- und Handlungsanlässe auf den unterschiedlichen Ebenen sind zum Beispiel konkrete Fragen

  • der Bildungs- und Schullaufbahn (vorzeitige Einschulung, Überspringen von Jahrgängen oder Teillehrgängen, Underachievement etc.)
  • zu Teilleistungsstörungen bei Hochbegabung
  • zum Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern (Motivation, Anstrengungs-bereitschaft, Selbstvertrauen etc.)
  • der Personal- und Organisationsentwicklung in Hinblick auf die Entwicklung von schulinternen Konzepten und Programmen zur Begabungsförderung
  • zur Fortbildung zu Möglichkeiten der Früherkennung von besonderen kognitiven Potenzialen

Die Schulpsychologen arbeiten dabei auch zusammen mit anderen schulinternen Fachkräften wie zum Beispiel Sonderpädagogen, mit anderen regionalen Fachdiensten sowie überregionalen Unterstützern für Kinder mit besonderen Begabungen.

Innerhalb des Auswahlverfahrens für die Aufnahme in Schulen besonderer pädagogischer Prägung (Schnelllerner) kommt den Schulpsychologinnen und Schulpsychologen durch die Durchführung der testdiagnostischen Erhebungen und der Beratung von Eltern, Schulleitern sowie der Begleitung der aufgenommenen Kinder respektive deren Lehrkräften eine besondere Bedeutung zu."

Dr. André Jacob, Diplompsychologe, Psychologischer Psychotherapeut
Erziehungsberater im Erziehungs- und Familienberatungszentrum des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf in Berlin

"In Deutschland haben alle Familien laut Kinder- und Jugendhilfegesetz  (SGB VIII, § 28) einen rechtlichen Anspruch auf Erziehungsberatung (siehe auch Punkt Was ist und was leistet Erziehungsberatung?).

Um Familien Beratung in Wohnortnähe anbieten zu können, gibt es somit bundesweit mehr als 1000 Erziehungsberatungsstellen in öffentlicher und freier Trägerschaft. Diese Beratungsstellen bieten mit ihren qualifizierten Mitarbeiterinnen  und Mitarbeitern ratsuchenden Eltern Orientierung und Unterstützung. Die Teams bestehen aus Beraterinnen und Beratern, die Kompetenzen und Qualifizierung in unterschiedlichen Bereichen der Erziehungsberatung vorweisen können.

In Berlin gehört die Erziehungs- und Familienberatung für Familien mit hochbegabten Kindern zum Netzwerk Begabung Berlin. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht nur den Qualitätsstandards der allgemeinen Erziehungsberatung entspricht, sondern darüber hinaus jeweils personen-, problem- und prozessabhängig maßgeschneiderte Beratungsangebote liefern kann.

Das Angebot ist kostenfrei und hilft Eltern hochbegabter Kinder Antworten auf viele verschiedene Fragen zu finden. Hier eine Auswahl:

  • Unser Kind interessiert sich für vieles, was andere gleichaltrige Kinder (noch) unberührt lässt; ist es hochbegabt?
  • Unser Kind verlangt viel mehr Zuwendung, als wir seelisch oft geben können und es ist auch ungemein hartnäckig.
  • Unser Kind verhält sich manchmal für uns schwer nachvollziehbar.
  • Unser Kind hinterfragt viel mehr als seine Geschwister unsere Erziehung, wir wissen oft gar nicht mehr weiter.
  • Unser Kind kommt in der Kita mit den anderen Kindern schlecht zurande.
  • In der Kita erhält unser Kind viel Unterstützung und Förderung, aber über Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sind wir wenig informiert.

Beraterinnen und Berater der Erziehungsberatungsstellen setzen sich intensiv mit der individuellen psychischen, familiären und außerfamiliären Situation der Hilfesuchenden auseinander. Aufgrund ihrer Erfahrungen und Kenntnisse, insbesondere auch der kindlichen Psyche, sind sie in der Lage zu erkennen, wodurch die Entwicklung des hochbegabten Kindes beeinträchtigt wird, wo also Hilfestellungen notwendig und möglich sind. Betroffenen Eltern können sie somit helfen, Strategien im Umgang mit ihren Kindern zu entwickeln und zu erlernen, die für die Entwicklung ihres Kindes förderlich sind. Mittels kompetenter Beratung begleiten sie Eltern und deren hochbegabte Kinder auf ihrem Weg zu mehr Zufriedenheit."

Erziehungsberatung orientiert sich auf die Optimierung der elterlichen Erziehung. Dies geschieht, indem professionelle Beraterinnen und Berater, (1) das Bedingungsgefüge der konkreten Erziehungssituation in der ratsuchenden Familie verstehen, (2) Ziele zur Veränderung der in Frage kommenden Bedingungen vorschlagen und vereinbaren und schließlich (3) die Beratung zu einer oder mehreren Bedingungen und deren Veränderungen praktizieren bzw. organisieren.

Um die Vielfalt der Bedingungen ausreichend zu verstehen und beeinflussen zu können, bedarf es der Zusammenarbeit mehrerer Beraterinnen und Berater mit unterschiedlichen Kompetenzen in einem Team. Die multiprofessionelle Kooperation und Kommunikation ermöglicht die zyklische Reflexion von Zielen, Interventionen und Erreichtem und ist aufgrund der Komplexität und der hohen Dynamik von Erziehungs- und Entwicklungsprozessen essentiell für Erziehungsberatung.

Methoden zur Abklärung (Diagnostik)

  • Kindorientierte Interventionen wie zum Beispiel psychologische Kindertherapie,
  • an den Eltern orientierte Interventionen wie zum Beispiel Mutter- oder Vaterberatung,
  • an der Eltern-Kind-Beziehung orientierte Interventionen wie zum Beispiel psychologische Mutter-Kind-Interaktionsberatung,
  • an der elterlichen Paarbeziehung orientierte Interventionen wie zum Beispiel Paarberatung,
  • auf die familiäre Organisation bezogene Beratung wie zum Beispiel strukturell familientherapeutische Beratung,
  • auf die Lebenslage orientierte Beratung wie zum Beispiel Beratung zur Stressminderung oder ggf. soziale Beratung,
  • auf Vermeidung von Erziehungsschwierigkeiten orientierte Angebote zum Beispiel zur Elternbildung.

Diese Methodenvielfalt der Erziehungsberatung muss wie beschrieben zyklisch im Beraterteam reflektiert werden, um sie zielorientiert auf ihre Angemessenheit und Sinnhaftigkeit im Beratungsprozess zu überprüfen und um gemeinsam mit der Familie einen vereinfachten Hilfeplan zu erstellen. Die Partizipation der Ratsuchenden und die Transparenz der Beratungsgestaltung sind weitere Spezifika der Erziehungsberatung als Hilfe zur Selbsthilfe. Um Niederschwelligkeit zu gewährleisten ist die Beratung kostenfrei und freiwillig. Die Beraterinnen und Berater unterliegen der Schweigepflicht.

Seit dem 1.1.1991 mit dem Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) haben Familien einen Rechtsanspruch auf Erziehungsberatung, dessen rechtliche Grundlage der Paragraf 28 des SGB VIII bildet. Die bundesweit mehr als 1000 Erziehungsberatungsstellen in öffentlicher und freier Trägerschaft gewährleisten, dass jede Familie ein wohnortnahes Beratungsangebot nutzen kann.

Die Arbeitsstelle Hochbegabung Berlin (AHBB) ist eine Einrichtung der Psychologischen Hochschule Berlin in Kooperation mit der Karg-Stiftung und bietet im begrenzten Umfang Diagnostik und Beratung für Familien mit hochbegabten Kindern an.

Das psychologische Beratungsangebot umfasst Fragen der Entwicklung, der Erziehung und der Förderung der Kinder. Es soll dabei nicht die Angebote anderer Beratungseinrichtungen ersetzen, sondern im Fall von sehr spezifischen Fragestellungen im Sinne eines Kompetenzzentrums ergänzen.

Den fachlichen Schwerpunkt der AHBB bildet die Qualifizierung von Beratungsfachkräften, Beratungsstellen und -netzwerken im Thema Hochbegabung. Die Beratungsstelle kann zudem bestmögliche Fall- und Praxiseinblicke bieten.

Weitere Tätigkeitsfelder der Arbeitsstelle Hochbegabung Berlin werden gebildet durch

  • die fachliche Beratung und Unterstützung von Beratungsinstitutionen und -netzwerken vor allem in der Region Berlin-Brandenburg und darüber hinaus,
  • die Entwicklung und Vorhaltung von Informationsangeboten zum Thema Hochbegabung,
  • praxisorientierte Forschungsvorhaben im Themenfeld Hochbegabung und der Hochbegabtenberatung.

Ihre Ansprechpartner an der Arbeitsstelle Hochbegabung Berlin (AHBB):
Dr. André Jacob, Dipl.-Psych. (Leitung)
Dr. Kathrin Schmitt, Dipl.-Psych. (Psychologische Diagnostik und Beratung)

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präambel

Berlin verfügt in allen Bezirken über mehrere Beratungsstellen, an die sich Familien und auch Lehrkräfte wenden können. In jedem Bezirk gibt es eine Reihe kompetenter Ansprechpartner mit unterschiedlichen Beratungsschwerpunkten. Grundsätzlich empfiehlt es sich, ein Beratungszentrum bei konkreten Fragestellungen und pädagogischen Schwierigkeiten mit der Schule einzubeziehen. Die Anmeldung zu einer Beratung erfolgt im Beratungszentrum des Bezirks, in dem die besuchte Schule liegt, bei den Erziehungs- und Familienberatungsstellen der Bezirke oder bei Ihrer Schule.

Im Netzwerk Begabung Berlin sind die Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ) und die Erziehungs- und Familienberatungsstellen der Bezirke zusammengeschlossen, eng verknüpft mit Vertreterinnen und Vertretern aller Schularten, die ihren pädagogischen Schwerpunkt auf das Gebiet der Begabungs-und Begabtenförderung gelegt haben und bereits über große Erfahrungen verfügen.

 

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