Grundschulen
Lernwerkstätten, »Haus der Kleinen Forscher«, Profile

Zur Förderung besonderer Begabungen ist das individualisierte Lernen eine wichtige Voraussetzung. Durch qualitativ unterschiedliche Aufgaben gelingt es, auch für besonders begabte Schülerinnen und Schüler anregende Angebote zu bieten. Dieser Ansatz hat den Unterricht an vielen Bremer Grundschulen nachhaltig verändert. Lernen an Stationen, die Arbeit mit Wochen- oder Streckenplänen, individuelle Leistungsrückmeldung durch Portfolios, sind an immer mehr Grundschulen Realität.

Unterstützt wird diese Entwicklung auch dadurch, dass die Rahmenpläne in den Fächern Deutsch und Mathematik kompetenzorientiert ausgerichtet wurden. Sie bilden die Bildungsstandards ab, die die Kultusministerkonferenz beschlossen hat. Dadurch wurde ein wichtiger Beitrag zur qualitativen Verbesserung des Unterrichts geleistet. Unterstützt wird dies seit dem Schuljahr 2014/15 durch eine kompetenzorientierte Leistungsrückmeldung, die auch den Leistungsvorsprung von Kindern mit besonderen Begabungen transparent abbildet. Die Schulfanfangstagung am 6. August 2013 befasste sich mit dieser Thematik (siehe Info-Flyer unter DOWNLOADS). Hierzu ergänzend finden Sie ebenfalls unter DOWNLOADS die Präsentation Kompetenzorientierte Leistungsdokumentation von Nikola Schroth.
 

Ganztagsschulen

In Bremen und Bremerhaven gibt es viele Ganztagsgrundschulen in gebundener, teilgebundener und offener Form. Diese bieten durch die erweiterte Lernzeit auch die Möglichkeit, besondere Angebote für Kinder mit Begabungen zu realisieren.

Die Angebote reichen von Denker- und Forscher- und Philosophierclubs über Schach AGs, Schülerzeitungs-AGs, naturwissenschaftliche Angebote zu Theaterangeboten. Weitere Informationen zu Ganztagsschulen in Bremen gibt es auf dieser Website.

Auch Schulen, die nicht ganztägig unterrichten, ermöglichen besondere Angebote am Nachmittag, darunter sind auch zahlreiche Arbeitsgemeinschaften für besonders begabte Schülerinnen und Schüler.
 

Jahrgangsübergreifendes Lernen

Das jahrgangsübergreifende Lernen bietet gute Voraussetzungen, auch besonders begabte Kinder zu fördern. Deshalb wurde es in der Grundschulverordnung für das Land Bremen von 2012 verankert. In § 4 heißt es unter anderem: Der Unterricht in der Grundschule kann in jahrgangsbezogenen, jahrgangsstufenübergreifenden oder jahrgangsstufenunabhängigen Klassen oder Lerngruppen erteilt werden. Jahrgangsstufenübergreifende Strukturen in den Jahrgangsstufen 1 und 2 sind anzustreben.

Durch die stark individualisierten Lernangebote, die das jeweilige Leistungsniveau und Lerntempo der Kinder berücksichtigen, kann vermieden werden, dass sich besonders begabte Kinder im Unterricht schnell langweilen. Durch die individuelle Verweildauer der Kinder in den jahrgangsübergreifenden Lerngruppen ergibt sich für die besonders begabten Kinder die Möglichkeit, schneller in eine höhere Gruppe zu wechseln. Dabei entstehen aber nicht die sozialen Nachteile, die durch das Überspringen einer Jahrgangsstufe oft beobachtet werden (einzelner Übergang in eine bestehende Gruppe, Stigmatisierung durch das schnellere Lernen). Hier kann das jahrgangsübergreifende Lernen ausgleichend wirken.
 

Flexible Einschulung

Die Grundschule am Buntentorsteinweg ermöglicht die flexible Einschulung. Die Kinder werden entweder zum Schuljahresbeginn oder aber zum Halbjahr eingeschult. Die Verzahnung mit den abgebenden Kitas des Stadtteils ist hier besonders eng. Auch dies kann insbesondere jüngeren Kindern mit besonderen Begabungen helfen, in der Schule gut anzukommen.

Über das mit Schuljahr 2012/2013 beendete Projekt SINUS an Grundschulen haben sich Lehrkräfte von 54 Grundschulen in Bremen und einer Grundschule aus Bremerhaven der Förderung der naturwissenschaftlichen und mathematischen Kompetenzen gewidmet.

An vielen Bremer Grundschulen gibt es Lernwerkstätten, die sowohl für den Unterricht als auch für zusätzliche Angebote genutzt werden. Aus dem Projekt SINUS heraus entstanden regionale Lernwerkstätten für Naturwissenschaften und Mathematik, die den Schulen der Region zur Seite stehen, Anregungen geben und auch Fortbildungen zu bestimmten Themen anbieten. Die Lernwerkstätten bieten den Kindern die Möglichkeit, ihre besonderen Interessen und Begabungen im naturwissenschaftlichen Bereich zu entdecken und auszubilden.

Die Broschüre SINUS an Bremer Grundschulen unter DOWNLOADS gibt Einblicke in die vielfältigen Entwicklungen und Chancen, die sich aus SINUS ergeben haben.

Folgende Schulen haben regionale Lernwerkstätten:

Für den Bereich Süd

Für den Bereich Nord

Für den Bereich West

Für den Bereich Ost

Für den Bereich Mitte

Für Bremerhaven

Die gemeinnützige Stiftung »Haus der Kleinen Forscher« engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten.

Das »Haus der Kleinen Forscher« verbessert Bildungschancen, fördert Interesse am MINT-Bereich und professionalisiert dafür pädagogisches Personal.

Partner der Stiftung sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Der pädagogische Ansatz der Stiftung setzt beim Vorwissen und den Kompetenzen der Kinder an und betont das gemeinsame forschende Lernen im dialogischen Austausch. Beim Forschen können Kinder Problemlösekompetenzen entwickeln, eigene Antworten finden und Selbstvertrauen spüren (Ich kann!) - Erfahrungen und Fähigkeiten, die weit über die frühe Kindheit hinaus für die Persönlichkeitsentwicklung und die spätere Berufsbiographie von Bedeutung sind.

Mit einem kontinuierlichen Fortbildungsprogramm und praxisnahen Arbeitsunterlagen unterstützt die Bildungsinitiative pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei, Bildungsprozesse mit Kindern in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik kompetent zu gestalten.

Im Rahmen der Inklusion geht es besonders auch darum, eigene Potenziale auszuloten, Talente zu entdecken und Interessen zu wecken. In diesem Kontext ist das »Haus der Kleinen Forscher« eine sinnvolle und gute Ergänzung des Unterrichts, da hier alle Kinder herausfordernde Aufgaben auf ihrem jeweiligen Lernniveau finden können. Insbesondere das forschende Lernen, eines der Prinzipien vom »Haus der Kleinen Forscher«, bietet differenzierte Möglichkeiten der Förderung, die auch den besonders Begabten entgegenkommt.

Finanziert wird das Projekt von der Senatorin für Kinder und Bildung sowie den folgenden Partnern: die Handelskammer Bremen, die Unternehmerverbände im Land Bremen, die Handwerkskammer Bremen.
 

Projekt-Grundschulen

Neben den vielfältigen Angeboten, die die Bremer Grundschulen den Kindern im Regelunterricht oder auch als zusätzliche AG anbieten, gibt es Schulen, die einen besonderen Schwerpunkt in bestimmten Bereichen setzen. Auch dies sind Angebote, die den Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen eine gute Unterstützung bieten.
 

Musikprofilschulen in Bremen

Einige Bremer Grundschulen wie die Ganztagsschule am Pulverberg und die Grundschule Grolland kooperieren mit den Bremer Philharmonikern. In der Musikwerkstatt Bremen können klassische Musikinstrumente nicht nur kennengelernt, sondern direkt ausprobiert werden. Diese Kooperation ermöglicht es, schon frühzeitig besondere Musiktalente zu entdecken und zu fördern.

Daneben haben viele andere Grundschulen ein Musikprofil, zum Beispiel:


Sportprofilschulen und Schulen mit sportlichem Schwerpunkt in Bremen

Sie fördern besonders die Kinder, die in diesem Bereich eine besondere Begabung haben. Diesen Schwerpunkt haben folgende Grundschulen:


Begabungsförderung im sprachlichen Bereich

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Präambel

Bremen war eines der ersten Bundesländer, das die in der UN-Menschrechtskonvention geforderte Inklusion umgesetzt hat. So haben die Bremer Schulen schon seit der Schulrechtsreform 2009 den Auftrag, sich zu inklusiven Schulen zu entwickeln, siehe § 3 (4) des Bremischen Schulgesetzes (BremSchulG).

Die Umsetzung der Inklusion bedeutet für die Bremer Schulen, dass sie Unterricht konzipieren müssen, der in besonderem Maße der Individualisierung Rechnung trägt, um ein für alle Schülerinnen und Schüler qualitativ hochwertiges und auf den jeweiligen Lernstand angepasstes Angebot machen zu können.

Für eine erfolgreiche Umsetzung wurde als Rechts- und Handlungsgrundlage eine bis Ende des Schuljahres 2018/19 gültige Erste Verordnung für unterstützende Pädagogik verfasst, die unter anderem in § 8 (4) und § 10 (1) und (2) Hochbegabung definiert und Leitlinien und Maßnahmen für die Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler festlegt.

Informationen in kompakter Form zur Inklusion an Bremer Schulen mit Hinweisen zu Fachtagungen und einem Diskussionsforum wurde für alle an der Schulreform im Land Bremen aktiv Beteiligte und Interessierte mit der Website Bremer Portal Inklusion geschaffen.

Downloads


Schulanfangstagung-3-und-letzte-Fassung-2013_Bremen.pdf (745 KB)
Flyer der Schulfanfangstagung am 6. August 2013

Bremen_Nikola_Schroth_Komp Leist. Info ME4rz.pdf (3.27 MB)
Kompetenzorientierte Leistungsdokumentation

sinus-broschuere_Bremen.pdf (4.66 MB)
SINUS an Bremer Grundschulen